Autohandel der Zukunft: Kundendenken statt Herstellervorgaben

[17.10.2017] Berlin. Der Kunde muss zentraler Faktor zukünftiger Geschäftsmodelle im Handel sein und nicht die Herstellervorgaben.

Das ist eine zentrale Aussage der ZDK-Arbeitsgruppe "Geschäftsmodelle/Konnektivität", die von Antje Woltermann, ZDK-Geschäftsführerin Betriebs-/Volkswirtschaft und Fabrikate, am Rande der ZDK-Bundestagung in Berlin vorgestellt wurde.

Im Kreis von Vertretern verschiedener Autohändler und  Fabrikatsvereinigungen wies ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn auf die Herausforderungen des Automobilhandels durch Digitalisierung, Elektrifizierung, automatisiertes Fahren und sich veränderndes Mobilitätsverhalten hin.

Die Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen im ZDK sei als Interessenvertreter des stationären Automobilhandels aufgefordert zu erarbeiten, wie zukunftsfähige Lösungen für diesen stationären Automobilhandel aussehen könnten.

Bei der Analyse der Realität im Automobilhandel und des Kundenverhaltens sei laut Antje Woltermann eine wichtige Erkenntnis, dass aus Kundensicht ein Multi-Channel-Shop eine erfolgversprechende Lösung sei.

"Der Kunde will wechseln zwischen Online und Offline, und die Marke muss für den Kunden auf allen Kanälen allgegenwärtig sein, immer und überall, einfach und schnell", so Woltermann. Dafür sei es unabdingbar, die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Handel wesentlich enger zu gestalten.

Aufgabe der Händlerorganisationen sei es, konkrete Vorschläge für ein Multi-Channel-Konzept vorzulegen, wobei Anpassungen an die jeweiligen Anforderungen der Marken notwendig seien. Gleiches gelte bezogen auf alternative Mobilitätskonzepte der Automobilhersteller. Auch hier müsse der Handel konkrete Vorstellungen definieren, um entsprechend zu partizipieren.

Für das Themenfeld "Eckpunkte Händlerverträge" wurde in der Arbeitsgruppe als wichtiges Kriterium erarbeitet, dass alle Fahrzeuge und Dienstleistungen von Händlerverträgen erfasst sein müssen. Es dürfe keine Zersplitterung geben, so Antje Woltermann.

Darüber hinaus sei die Absicherung von Investitionen, die der Handel auf Betreiben der Hersteller und Importeure tätigt, unabdingbar. Diskussionsbedarf bestehe noch bei den Modulen "Vergütungssysteme" und "zukünftige Geschäftsmodelle".

Hierzu wird die Arbeitsgruppe in den kommenden Monaten entsprechende Konzepte erarbeiten. Die anwesenden Händlervertreter ermunterten die Arbeitsgruppe, am vorgestellten Konzept weiterzuarbeiten.

Letzte Änderung: 17.10.2017Webcode: 0116489